CeMAS: A better internet is possible – a better world is necessary!

Verschwörungsideologien, Desinformationen, Rechtsextremismus und Antisemitismus sind keine neuen Phänomene. Insbesondere im Rahmen gesellschaftlicher Krisen kommt es regelhaft zu einer Zunahme von Verschwörungsmythen. Die damit einhergehenden Verzerrungen in der Realitätswahrnehmung bei maßgeblichen Anteilen der Bevölkerung können zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft, Wissenschaftsfeindlichkeit und einer Gefahr für Demokratien und öffentliche Gesundheit führen. Weiterhin untergraben Verschwörungserzählungen und Desinformationen das Vertrauen in demokratische Institutionen und Prozesse, indem sie ihnen unterstellen gesteuert zu sein und nicht die “Wahrheit” zu berichten. Der in Verschwörungsideologien inhärenten apokalyptischen Vorstellungen gesellschaftlicher Verhältnisse drängen zu terroristischen Gewalttaten, wie die Anschläge der letzten zwei Jahre auf globaler Ebene belegen. Rechtsextreme Online-Communities befördern die Erzählungen, glorifizieren die Täter:innen und regen Nachahmungen an. Die Aufforderungen zu “Notwehrhandlung” gegen die vermeintlichen Verschwörer:innen finden sich jedoch auch in anderen verschwörungsideologischen Communities auf YouTube oder Telegram.

Diese Gewalt, die man digital vorfindet, verbleibt nicht nur im virtuellen Raum, sondern zeigt sich immer wieder auch offline. Das zeigt sich auch während der COVID-19-Pandemie in Deutschland. Im Oktober 2020 kam es vor dem Berliner Leibniz-Institut zu einer Explosion von einem Sprengsatz. Vor Ort wurde ein Bekennerschreiben von einem angeblichen Kritiker der Coronamaßnahmen gefunden. Bekannte Coronaleugner:innen verübten im Januar 2021 einen Anschlag auf eine ICE-Strecke im Landkreis Main-Spessart. Die Deutsche Bahn registrierte 2020 rund 200 Attacken gegen Mitarbeiter:innen des Unternehmens von Maskenverweiger:innen. Geschäfte schließen wegen feindseliger Angriffe durch Maskenverweigerer. Eine Geschäftsinhaberin aus Eutin berichtet, dass sie nicht nur beschimpft und belehrt, sondern auch absichtlich angeniest wurde. Die Anzahl an Attacken gegen Vertreter:innen der Presse hat sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Bundesweit ereigneten sich 252 Straftaten, die sich “gegen Medien” richteten. Unter diesen Straftaten waren 22 Körperverletzungen, vier Brandstiftungen, mehr als 29 Fälle von Bedrohung und Nötigung. Die meisten Zwischenfälle ereigneten sich im Kontext der Demonstrationen, die sich vermeintlich gegen die staatlichen Coronamaßnahmen richteten.

Auch Impfzentren stehen im Fokus der verschwörungsideologischen und rechtsextremen Mobilisierung: In Dülmen in Nordrhein-Westfalen schmierten Ende 2020 Unbekannte Hakenkreuze auf die Hinweisschilder zum Impfzentrum. Im Januar randalierten Unbekannte auf dem Gelände eines Rostocker Impfzentrums. Im sächsischen Vogtlandkreis wurde ebenfalls im Januar 2021 ein Corona-Impfzentrum beschmiert. Mit gelber und schwarzer Farbe sprühten die Täter am Samstag in Treuen den Schriftzug “Gift” auf das Gebäude und Hinweisschilder. Im März 2021 wurden an einem Testzentrum in Hamburg Plakate mit einer Anleitung zur Sprengung des Impfzentrums angebracht. Bei einer verschwörungsideologischen Demonstration im März 2021 musste die Polizei ein Impfzentrum in Dresden sogar mit einem Wasserwerfer schützen. Auf dieser Demonstration wurden zwölf Polizist:innen durch Demonstrierende verletzt.

Die vorab genannten Vorfälle und Gewalttaten bilden nur einen Teil der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen ab, die sich in der anhaltenden Covid-Pandemie manifestieren. Das gemeinnützige Center für Monitoring, Analyse und Strategie tritt für eine inklusive und aufgeklärte Gesellschaft ein. Als interdisziplinäres Team aus Wissenschaftler:innen, Journalist:innen und Expert:innen beobachten und analysieren wir Entwicklungen in digitalen Räumen. Unser Ziel ist es die Gesellschaft zu befähigen, Verschwörungsideologien, Desinformation, Antisemitismus und Rechtsextremismus im Rahmen aktueller Problemlagen und zukünftiger Krisen aktiv entgegenzutreten. Dazu werden demokratiefeindliche Tendenzen frühzeitig analysiert und verschiedenen gesellschaftlichen Akteur:innen zur Verfügung gestellt, um ihnen zu ermöglichen, gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen konstruktiv zu begegnen.

Wenn Sie sich eine Beratung zu den Themen wünschen, können Sie sich an info@cemas.io melden, journalistische Anfragen bitte an presse@cemas.io.

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