Neuer Report: Freier Markt und Kulturkampf

Beziehungen zwischen Libertarismus und extremer Rechter in Deutschland

Pressemitteilung

Möglichst wenig Staat, möglichst viel Eigenverantwortung der Bürger:innen und Unternehmen – Ideen des Libertarismus sind in Deutschland zwar nicht ganz so verbreitet wie etwa in den USA oder Argentinien, doch ihre Anhängerschaft wächst. Die Rufe nach weniger staatlicher Regulierung und mehr unternehmerischem Mut kommen aus Tech-Unternehmen und durch Social-Media-Content zu Kryptowährungen und wirtschaftlicher Selbstoptimierung auch nach Deutschland. Wenn aber die AfD-Vorsitzende Alice Weidel im Gespräch mit X-Besitzer Elon Musk betont, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem beschriebene Partei sei in ihren Augen eigentlich „konservativ und libertär“, lässt sich eine Anschlussfähigkeit libertärer Ideen für ein rechtsextremes Gedankengut erkennen.

Aber wie stark ist die Beziehung von Libertarismus und Rechtsextremismus? Was sind Gemeinsamkeiten und Differenzen? Und was bedeutet das für die Demokratie? CeMAS-Researcher Jan Rathje ist diesen Fragen in seinem neuen Report nachgegangen: „Freier Markt und Kulturkampf. Beziehungen zwischen Libertarismus und extremer Rechter in Deutschland.“ Rathje gibt eine Einführung in die Materie, bevor er sich vertieft mit libertären Netzwerken in Deutschland auseinandersetzt, die auf der Plattform X den Austausch mit der extremen Rechten suchen und pflegen. Im Rechtslibertarismus bildet der Sozialdarwinismus eine Verbindung zum Rechtsextremismus der „Neuen Rechten“. Vertreter:innen beider Seiten sind am Austausch interessiert, denn es geht darum, gemeinsam mehr Einfluss auf die Gesellschaft nehmen zu können.

Jan Rathje, Senior Researcher bei CeMAS und Autor des Reports:

„Rechtslibertäre bilden mit extrem Rechten eine Allianz gegen liberale und demokratische Institutionen. Trotz Differenzen über die Fragen Individuum oder Kollektiv, Markt oder Staat, sind sie im Kulturkampf gegen vermeintlich grün-sozialistische Eliten, gegen Migration und Selbstbestimmungsrechte sexueller Minderheiten geeint. Der Fokus auf Wirtschaftsthemen ermöglicht Rechtslibertären einen Zugang zu breiten Gesellschaftsschichten in denen sie als ‚Scharnier‘ zur extremen Rechten wirken können.“

Der Report ist als PDF auf der Website von CeMAS auf Deutsch verfügbar – eine englische Version folgt.

Für Fragen und Interviews steht Jan Rathje gern zur Verfügung.

Pressekontakt: Simone Rafael E-Mail: presse@cemas.io Website: www.cemas.io

Über CeMAS

CeMAS, das gemeinnützige Center für Monitoring, Analyse & Strategie, bündelt jahrelange interdisziplinäre Expertise zu den Themen Verschwörungsideologien, Desinformation, Antisemitismus und Rechtsextremismus. CeMAS adressiert aktuelle Entwicklungen innerhalb der Themenfelder online durch systematisches Monitoring zentraler digitaler Plattformen und moderner Studiendesigns, um so innovative Analysen und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Darüber hinaus berät CeMAS Entscheidungsträger:innen aus Zivilgesellschaft, Medien und Politik.

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