Nach dem Ende von USAID
Erscheinungsdatum:
Format: Research Paper
Autor:innen: Julia Smirnova, Thilo Manemann, Anna Meyer, Lu Kalkbrenner

Die Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID 2025 führte weltweit zu Diskussionen über die Notwendigkeit von Entwicklungszusammenarbeit. In deutschsprachigen verschwörungsideologischen, rechtsextremen und pro-russischen Milieus kursierten in diesem Zusammenhang massiv Falschinformationen, Verschwörungsmythen und diskreditierende Narrative über Entwicklungszusammenarbeit. Zu diesen und weiteren Erkenntnissen kommt das neue Research Paper von CeMAS. Das Research Paper „Nach dem Ende von USAID: Desinformation und Verschwörungsnarrative über Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland“ basiert auf der Analyse von rund 36.000 Beiträgen aus knapp 1.500 deutschsprachigen Gruppen und Kanälen auf Telegram zwischen Oktober 2024 und November 2025. In den untersuchten Beiträgen wird USAID unter anderem als angebliches Zentrum des „Deep State“ und einer globalen Verschwörung präsentiert oder als eine korrupte Organisation und Geldgeber für Terrorismus oder Massenmigration.

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit wird vor allem mit unbelegten oder dekontextualisierten Behauptungen als korrupt und verschwenderisch dargestellt und der Bundesregierung wird vorgeworfen, die Interessen der eigenen Bürger:innen zu vernachlässigen. So wird das Bild einer Elite gezeichnet, die der eigenen Bevölkerung schade und ausländische Interessen bevorzuge. Die Nachrichten werden auf Telegram vor allem im verschwörungsideologischen Milieu verbreitet, finden aber auch in rechtsextremen und pro-russischen Gruppen und Kanälen Resonanz. Eine durchgeführte Netzwerkanalyse liefert begründete Anhaltspunkte, dass ein Teil der Falschinformationen und Narrative strategisch verbreitet wird. Russische Desinformationsakteur:innen instrumentalisieren das Thema Entwicklungszusammenarbeit, um die Bundesregierung und demokratische Institutionen in Deutschland zu diskreditieren.

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